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Glossar

ABEFGKPRSW

A

Alumosilikate
Häufig auch als Aluminat-Silikate bezeichnet. Im Vergleich zum Siliziumdioxid ist ein Teil der Si-Atome durch Al-Atome ersetzt.

Amorph
Moleküle eines Feststoffs sind zufällig angeordnet wie in einer Flüssigkeit.

B

Beton
Beton ist ein Baustoff aus Zement, Wasser, Gesteinskörnung, Betonzusatzmittel und Betonzusatzstoff.

Betonzusatzstoff Steinkohlenflugasche
Steinkohlenflugasche ist ein nichtselbständiges Bindemittel, das dem Beton in größerer Menge zugegeben wird, um bestimmte Eigenschaften zu beeinflussen. Die Eignung als Betonzusatzstoff Typ II ist nach DIN 1045-2 nachgewiesen für Flugasche nach DIN EN 450 und Flugasche mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung

E

Eigenüberwachung
Laufende statistische Güteüberwachung auf der Grundlage von Prüfungen an Proben, die vom Hersteller oder dessen Vertreiber an den Abgabestellen der Anlagen entnommen werden.

Elektrofilter
Bei einem Elektrofilter erfolgt die Abscheidung der im Rauchgas mitgeführten Flugaschepartikel durch Einwirkung eines elektrischen Feldes. Wesentliche Bestandteile eines solchen Filters sind Sprühelektroden und Niederschlagselektroden zwischen denen eine Gleichspannung angelegt wird. Die an der Sprühelektrode frei werdenden Elektronen lagern sich teilweise an den Flugaschepartikeln an, so das sich diese an der positiv geladenen Niederschlagselektrode ablagern. Die an der Niederschlagselektrode angesammelten Partikel können durch Rütteln abgereinigt werden. Sie fallen von dort in unter dem Filter angebrachte Trichtertaschen. Elektrofilter für Kohlekraftwerke bestehen meist aus mehreren hintereinander geschalteten Reinigungsstufen.

F

Feuerungsart
Es wird zwischen Rostfeuerung, Wirbelschichtfeuerung und Staubfeuerung unterschieden. Die meisten Steinkohlekraftwerke werden in Deutschland mit Staubfeuerungen betrieben. Bei der Staubfeuerung wird die staubfein aufgemahlene Kohle zur Verbrennung in die Feuerung eingeblasen. Aufgrund der Feuertemperatur können Staubfeuerungen weiter in Schmelzkammerfeuerungen und Trockenfeuerungen unterteilt werden.

Flugasche
Rohstoffbasis von Steinkohlenflugasche ist Steinkohle. Steinkohlenflugasche entsteht in den Großfeuerungsanlagen der Kraftwerke. Zu feinem Staub vermahlene Steinkohle wird in den Kessel eingeblasen und bei Temperaturen von mehr als 1200°C verbrannt. Dabei schmelzen die nicht brennbaren mineralischen Staubkörner, die als natürliches Begleitgestein in der Steinkohle enthalten sind, überwiegend oder vollständig auf. Die feinen Mineralstoffpartikel werden im Rauchgasstrom mitgeführt und als Steinkohlenflugasche für den weiteren Einsatz als Baustoff mit Elektrofiltern abgeschieden.

Flugasche nach DIN EN 450
Flugasche ist ein feinkörniger Staub, der hauptsächlich aus kugelförmigen, glasartigen Partikeln besteht, bei der Verbrennung feingemahlener Kohle anfällt, puzzolanische Eigenschaften hat und im wesentlichen aus SiO2 und Al2O3 besteht. Der Gehalt an wirksamen SiO2 , wie er gemäß ENV 197-1 festgelegt und bestimmt wird, beträgt mindestens 25% Massenanteil. Flugasche wird durch elektrostatische oder mechanische Abscheidung staubartiger Partikel aus Abgasen von Feuerungsanlagen gewonnen, die mit gemahlenem Anthrazit oder gemahlener Steinkohle befeuert wird. Anmerkung: Flugasche, die bei der Feuerung mit Braunkohle anfällt, ist auf nationaler Ebene zulässig, wenn der Gesamtgehalt an CaO weniger als 10 % Massenanteil beträgt und die Flugasche alle anderen Anforderungen dieser Norm erfüllt.

Flugasche als Betonzusatzstoff
Definition im Sinne der BVK Betontechnischen Empfehlungen: sind alle Steinkohlenflugaschen, die nach DIN EN 450 zertifiziert sind. Weiterhin sind Flugaschen eingeschlossen, deren Anwendung bei gleichem Leistungsumfang durch allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen geregelt ist. Siehe auch Betonzusatzstoff Steinkohlenflugasche.

G

Granalien
Die bei der schnellen Abkühlung der flüssigen Schmelze im Wasserbad entstehenden festen Materialkörner werden als Granalien bezeichnet. Der beschriebene Vorgang heißt Granulation.

K

Kesselsand
Kesselsand wird in den umweltfreundlichen Trockenfeuerungen moderner Steinkohlekraftwerke erzeugt. Beim Verbrennungsprozess bleibt das mineralische nicht brennbare Begleitgestein der Kohle als Verbrennungsrückstand übrig. Der größte Teil der Verbrennungsrückstände wird als staubfeines Produkt durch Elektrofilter dem Rauchgas als Flugasche entnommen (ca. 90 Gew.-%). Die beim Verbrennungsprozess durch Sinterung entstehenden Agglomerate, die auf Grund ihrer Masse nach unten fallen (ca. 10 Gew.-%), werden am Boden des Kessels über einen Wasserbehälter mit einer Kratzvorrichtung nass als Kesselsand abgezogen.

P

Puzzolan
Ein Puzzolan ist ein mehlfeiner, silikatischer Baustoff, der unter Zugabe von Calciumhydroxid und Wasser zu einer festen Masse reagiert. Der Name stammt von Vulkanerden, die in und bei der italienischen Stadt Puzzuoli am Fuße des Vesuv gefunden werden. Die Vulkanerde wurde bereits in der frührömischen Bautechnik als Baustoff verwendet.

Puzzolanität
Puzzolanität kennzeichnet eine Bindemitteleigenschaft mineralischer Stoffe im System der hydraulischen Bindemittel.

R

REA-Gips
REA-Gips ist ein industriell hergestellter Rohstoff, der in Kohlekraftwerken mittels Kalkwaschverfahren entsteht (Gips aus nassen Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen). Auf europäischer Basis wurde vom Dachverband der europäischen Gipsindustrie EUROGYPSUM eine Definition für REA-Gips erarbeitet, die von allen interessierten Organisationen einstimmig angenommen wurde. Die Definition lautet: "Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA-Gips, Entschwefelungsgips) ist das feuchte, feinteilige und kristalline Calciumsulfat-Dihydrat (CaSO4 x 2 H2O) mit hoher Reinheit. Es wird bei der nassen Rauchgasentschwefelung mittels des Kalk(stein)waschverfahrens nach Oxidation mit Luft und anschließender Gipsaufbereitung gezielt gewonnen."

S

SAV-Produkte
In Deutschland sind 90 % der Kohlekraftwerke mit Kalksteinwäschen zur Rauchgasentschwefelung ausgerüstet, wobei REA-Gips gewonnen wird. An zweiter Stelle der Maßnahmen zur Rauchgasentschwefelung steht das Sprühabsorptionsverfahren (SAV), auch halbtrockenes, semitrockenes oder quasitrockenes Verfahren genannt. Beim Sprühabsorptionsverfahren wird Kalkhydrat als Suspension eingedüst. Im Trockensorptionsverfahren wird dagegen das Absorbens trocken eingebracht. Bei beiden Verfahren entstehen trockene, pulverförmige Produkte. Diese werden nachfolgend als SAV-Produkte bezeichnet und bestehen aus Reaktionsprodukten, verbrauchtem Absorbens und ggf. Flugaschen.

Schmelze
flüssige Phase

Schmelzkammergranulat
Schmelzkammergranulat wird bei der Verbrennung von Steinkohle in sogenannten Schmelzkammerfeuerungen gewonnen - das sind Kohlefeuerungen, in denen die schmelzflüssigen, unbrennbaren Bestandteile bei Temperaturen von 1500 ° C abgezogen und schockartig im Wasserbad abgekühlt werden. Das Material erstarrt dadurch glasig (amorph) zu Schmelzkammergranulat. Hauptbestandteil sind die mineralischen Beimengungen der Kohle.

Sintern
beginnendes Schmelzen

Steinkohlenflugasche
Siehe Flugasche

W

Wirbelschichtasche
Wirbelschichtaschen entstehen in Wirbelschichtfeuerungsanlagen bei der Verbrennung von Steinkohle, Braunkohle und anderen, z. T. heizwertarmen Stoffen, wie Papier/Holz und Klärschlamm. Bei der kohlestämmigen Verbrennung enthalten die Wirbelschichtaschen zusätzlich unterschiedliche Mengen an Entschwefelungsprodukten und nicht reagiertem Absorbens. Das Grundprinzip der Wirbelschichtfeuerungen besteht darin, dass der Brennstoff über einen Düsenboden mit definierter Luftzufuhr in einem wirbelnden Zustand gehalten wird. Der daraus resultierende hohe Stoffaustausch und die gute Wärmeübertragung ermöglichen auch den Einsatz heizwertarmer Brennstoffe. Aufgrund der Feuerungstechnik ist durch Zugabe von Kalkstein eine Direktentschwefelung in der Feuerung möglich. Verfahrensbedingt fällt im Wirbelbett körnige Bettflugascheasche und bei der Entstaubung der Rauchgase staubfeine Wirbelschicht-Filterasche an.


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